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Gewinnt Laikas 3D Druck unterstützter Film „Missing Link“ den Oscar?

Im 3D Druck erstellt: Der Animationsfilm „Missing Link“ von Regisseur Chris Butler und den Laika Studios

Oscar nominiertes Animationsstudio setzt auf den 3D Druck

Am 10. Februar 2020 ist es wieder soweit: Im Dolby Theatre in Los Angeles findet die diesjährige Oscar Verleihung statt. Besonders interessant für die 3D Druck Welt ist in diesem Jahr einer der Oscar Nominierten in der Kategorie „Bester Animationsfilm“. Hier haben sich der britische Regisseur Chris Butler und die preisgekrönten LAIKA Studios zur Erstellung der Figuren wieder den Weltmarktführer im 3D Druck Stratasys mit ins Boot geholt. Die animierten Charaktere des bereits mit dem Golden Globe ausgezeichneten Animationsfilms wurden mit Hilfe des PolyJet 3D Drucks und des Vorgängers der Stratasys J8-Serie Stratasys J750, gestaltet. Seit vielen Jahren kooperieren Stratasys und LAIKA bereits und im Rahmen der Arbeiten am nominierten Animationsfilm „Missing Link“ entstand die nachfolgende Fallstudie.

Kann der vom 3D Druck unterstützte Animationsfilm „Missing Link“ die Oscar Jury überzeugen?
Die Gesichter der Charaktere des Oscar nominierten Animationsfilm wurden mit J750 3D Druckern erstellt.

Die Stop-Motion Animationsentwickler von LAIKA machen kein Geheimnis daraus, dass die tausenden Gesichter in jedem ihrer Oscar verdächtigen Filme im 3D Druck erstellt sind. Die Animationsprofis von Filmen wie „Coraline“ und „ParaNorman“, „Die Boxtrolls“ und „Kubo – Der tapfere Samurai“ werden von der additiven Technologie dabei unterstützt, die Gesichtsanimationen der Stop-Motion Puppen realistisch darzustellen, was den Filmen zu ihrem unverwechselbarem Charme verhilft.

„Die Idee war, die Leistungsfähigkeit des Computers und dieser aufkommenden 3D Drucktechnologien zu nutzen, um zu versuchen, die Mimik und Bewegungen eines Charakters in ein völlig neues Licht zu stellen“

Brian McLean, Direktor für Rapid Prototyping bei LAIKA

Voxel Drucktechnologie ermöglicht vollständig angepasste Gesichtsanimation

Seit über einem Jahrzehnt ist die additive Fertigung ein Kernbereich von LAIKA, welche sich mit der immer ehrgeizigeren künstlerischen Vision und den rasanten Fortschritten beim 3D Druck und der Software von LAIKA stetig weiterentwickelt. „Es ist wirklich ein verrückter Prozess, bei dem wir 3D Druck verwenden und ihn mit dieser wirklich alten Technik der Stop-Motion- und Replacement Animation verschmelzen und diese Technologien zwingen, zusammenzukommen mit einigen erstaunlichen Leistungen und Ergebnissen “, sagt McLean.

McLean erhielt 2016 einen Wissenschafts- und Technikpreis von der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences für die bahnbrechende Verwendung von Rapid Prototyping für die Charakteranimation in der Produktion von Stop-Motion Filmen. Im Gegenzug sucht das Oscar nominierte Animationsstudio LAIKA ständig nach Innovationen wie den 3D Druck, ohne sich mit dem bereits erreichten zufrieden zu geben. „Wir experimentieren viel, bevor wir uns mit dem Look and Feel der Figuren und des Films befassen.“

LAIKA ist stolz auf die mit jedem Film immer komplexer werdenden Geschichten. „Um eine wirklich komplexe Geschichte zu erzählen, die man gerne sehen möchte, gehen Sie mit dem Charakter  auf seine emotionale Reise.“ sagt McLean. „Die Qualität des 3D Druck und die Effizienz, mit der wir diese Gesichter drucken, haben einen Punkt erreicht, an dem jeder nachfolgende Regisseur etwas Individuelleres haben wollte.“

„Die Entscheidung, die Technologie voranzutreiben, hängt stark von der Kreativität ab“, sagt McLean. Nach dem Erfolg von „Coraline“ erkannte LAIKA sowohl die Leistungsfähigkeit des 3D Drucks als auch seine bisherigen Einschränkungen an – nämlich, jedes einzelne Gesicht von Hand bemalen zu müssen. „Ich erinnere mich noch, dass ich mich mit dem Regisseur von „Coraline“ getroffen habe und über die Anzahl der Sommersprossen verhandelt habe, die „Coraline“ auf jeder Seite ihres Gesichts hatte. Denn wir wussten, dass ein Maler jede dieser Sommersprossen von Hand malen musste.“

Einzigartig animierte Gesichter in der Stop Motion Welt mit 3D Druck

Während der frühen Planung für ihren vierten Film, „Kubo – Der tapfere Samurai“, mussten die Macher feststellen, dass die drei betrachteten Charakterdesigns mit der 3D Drucktechnologie, die das Studio derzeit verwendete, nicht möglich waren.

„Also habe ich Stratasys angerufen“, sagt McLean, „und obwohl es wenig überzeugend war, weil es sich noch in einem frühen Stadium befand“, war das Team Partner beim Betatest des ersten 3D-Multimaterialdruckers, dem Objet Connex3. „Das war eine wirklich starke Kooperation, die es uns plötzlich ermöglichte, in die Welt des Multimaterial 3D Drucks einzusteigen. Wir hatten die Vermutung, dass die Connex3 nur der Anfang einer Reise war. Und wir hatten Recht.“

„Eines der Dinge, über die wir uns bei „Kubo – Der tapfere Samurai“ am meisten gefreut haben, ist, dass wir uns auf etwas wirklich Einzigartiges eingelassen haben.“

Brian McLean, Direktor für Rapid Prototyping bei LAIKA

„Zum ersten Mal haben wir die Hardware von einem Unternehmen verwendet und an der Software mitentwickelt. Und konnten so die Software an unsere Bedürfnisse anpassen. In Zusammenarbeit mit Jon Hiller, einem unabhängigen Softwareentwickler, und Stratasys konnten wir die verborgenen Connex3 Voxel Druckfunktionen freischalten“, sagt McLean. „Auf diese Weise konnten wir anspruchsvolle farbige 3D gedruckte Gesichter aus Kunststoff für Monkey, Beetle und Moon Beast erstellen.“

Immer ausgefeilterer Workflow

Der nächste Schritt in der Kooperation mit Stratasys erfolgte, als LAIKA als Beta Kunde für den Stratasys J750 eingeladen wurde. Der J750 war zu diesem Zeitpunkt der erste 3D Vollfarbdrucker der mehrere Materialien zeitgleich verarbeitet. Aufgrund der langen Geschichte von LAIKA mit Stratasys schlossen sie eine einzigartige Partnerschaft mit dem Fraunhofer Institut. Dieses entwickelte die „Cuttlefish“-Software und ermöglichte LAIKA einen frühen Zugriff auf Voxel Print auf dem Stratasys J750.

Der bahnbrechende 3D Drucker konnte bereits zu diesem Zeitpunkt 360.000 verschiedene Farbkombinationen darstellen. Diese Möglichkeiten wuchsen mit Voxel Print exponentiell und es wurden neue Texturen und Farbverläufe möglich, wodurch 3D Druck mit außerordentlicher Präzision realisierbar war.

„Dies ist, was wir für unseren fünften Film verwendet haben“, sagt McLean. „Grundsätzlich haben wir jetzt einen Workflow, der es uns ermöglicht, dass sich ein Animator hinsetzt, eine einzigartige Dialoglinie animiert, speziell für diese Aufnahme im Film und diese können wir ausdrucken, animieren und an das Set liefern“.

Verbesserte Performance und ganz neue Möglichkeiten

Das Ergebnis des Wunsches von LAIKA, beispiellose animierte Stop Motion Performances zu erstellen, hat dazu geführt, dass die Grenzen der von ihnen verwendeten 3D Drucktechnologie immer weiter überschritten wurden. „Coraline“ hatte ungefähr 20.000 Gesichter, „ParaNorman“ bereits 40.000, „Die Boxtrolls“ hatten 56.000 und „Kubo“ schließlich 64.000.

„Wir sind auf dem besten Weg, zwischen 85.000 und 90.000 Gesichter für unseren nächsten Film zu produzieren“, sagt McLean. „Der einzige Grund, warum wir tun, was wir tun, ist Performance“, sagt McLean. „Alles hängt damit zusammen, dass wir in der Lage sind, Geschichten zu erzählen, die in Stop-Motion Animationen noch nie erzählt wurden.“

„Die Beziehung von LAIKA und Stratasys in den letzten zehn Jahren hat sich Film für Film verstärkt. Es gibt dieses Maß an Vertrauen, das es uns ermöglicht, uns weiterhin gegenseitig auf sehr positive Weise zu fördern und ich freue mich darauf, diese Beziehung auch in unserem nächsten Film und in den kommenden Filmen weiter auszubauen“

Brian McLean, Direktor für Rapid Prototyping bei LAIKA
Die diesjährige Verleihung des Oscar wird also spannend für die 3D Druck Branche. Gewinnt „Missing Link“ nach dem Golden Globe nun auch noch den begehrten Oscar?
 

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